, Häringer Marcelina

Vier EM-Medaillen für Sven Bachofner in Châteauroux

Sven Bachofner ist an der Armbrust-Europameisterschaft 2026 in Hochform und bringt aus Frankreich gleich vier Medaillen nach Hause.

Die diesjährige Europameisterschaft mit der Armbrust auf die Distanzen 10 m und 30 m fand vom 4. bis 8. August im französischen Châteauroux statt. Mit dem Centre National de Tir Sportif durften die Athletinnen und Athleten an einer ganz besonderen Wettkampfstätte antreten, wurden doch auf demselben Gelände bereits die Schiesswettkämpfe der Olympischen Spiele von Paris 2024 ausgetragen. Für Sven war es daher etwas ganz Besonderes, an diesem geschichtsträchtigen Ort schiessen zu dürfen.

Direkt nach der Anreise wurde mit den ersten Trainingseinheiten begonnen, um sich mit den Gegebenheiten der Anlage vertraut zu machen. Bereits in den Trainings fühlte sich Sven wohl und entwickelte ein gutes Gefühl für den Schiessstand. Entsprechend zuversichtlich blickte er den bevorstehenden Wettkämpfen entgegen.

Solider Auftakt auf 10 m

Den Auftakt machte der Wettkampf auf die 10-Meter-Distanz. Aufgrund der enormen Leistungsdichte in der internationalen Spitze war es realistisch betrachtet schwierig, ganz vorne mitzumischen. Dennoch konnte Sven an sein aktuelles Leistungsniveau anknüpfen und zeigte einen überzeugenden Wettkampf.

Mit den Passen von 97, 94, 95 und 94 Punkten erzielte er ein Total von 380 Punkten und belegte damit den 11. Rang. Parallel dazu wurde auch der Team-Wettkampf ausgetragen. Da lediglich drei Nationen am Start waren, durfte sich das Team SUI 1 mit Sven, Yoric Pisà und Marco Vetsch über die Bronzemedaille freuen.

Am 6. August stand zudem der Mixed-Team-Wettkampf auf dem Programm. Gemeinsam mit Joelle Baumgartner erreichte Sven mit 569 (285/284) Punkten den 7. Schlussrang.

Die Paradedisziplin als Bühne für den Erfolg

Nach diesem gelungenen Einstieg durfte Sven am folgenden Tag voller Selbstvertrauen in seine Paradedisziplin auf 30 m starten.

Die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Angenehme Temperaturen und ein leichter, aber konstanter Wind sorgten für faire und berechenbare Verhältnisse. Den Auftakt machte der Team-Wettkampf, bei dem Sven zusammen mit Monika Hurschler und Joelle Baumgartner das Team SUI 1 bildete.

Sven setzte seinen Wettkampfplan konsequent um und fand von Beginn an in seinen Rhythmus. Mit beeindruckender Konstanz schoss er 280 Punkte stehend und starke 290 Punkte kniend. Diese Leistung trug wesentlich dazu bei, dass das Schweizer Team den hervorragenden 2. Rang erreichte und damit die Silbermedaille gewann.

Ein erstes grosses Highlight, das die Vorfreude auf den abschliessenden Einzelwettkampf am nächsten Tag zusätzlich steigerte.

Silber im Einzel

Der 8. August begrüsste die Athletinnen und Athleten sogar mit noch etwas besseren Bedingungen als am Vortag. Für Sven bedeutete dies, den gleichen klaren Plan zu verfolgen und fokussiert an die "Arbeit" zu gehen.

Im Stehend-Wettkampf war es ihm wichtig, möglichst schnell seinen Rhythmus zu finden. Genau dies gelang ihm. Konzentriert und konstant schoss er sich durch den Wettkampf und konnte seine Leistung vom Vortag sogar um einen Punkt steigern. Mit 281 Punkten belegte er den 7. Rang und schuf damit eine hervorragende Ausgangslage für den anschliessenden Kniend-Wettkampf.

Mit dem Wissen, dass eine Medaille durchaus in Reichweite lag, startete Sven nach der kurzen Umbaupause selbstbewusst in die 30 Schüsse kniend. Von Beginn an fand er seinen Rhythmus. Selbst einzelne Neuner brachte ihn nicht aus dem Konzept. Nach den ersten 20 Schüssen mit Passen von 97 und 95 Punkten musste er jedoch zunehmend kämpfen, als sich die Gedanken an eine mögliche Medaille bemerkbar machten.

Dieser Kampf zahlte sich aus. Statt nachzulassen, konnte sich Sven sogar nochmals steigern und den Wettkampf mit einer starken 98er-Passe abschliessen. Das Total von 290 Punkten sicherte ihm schliesslich seine erste Einzelmedaille an dieser Europameisterschaft, eine Silberne.

Bronze nach Nervenkrimi im Final

Mit der Silbermedaille bereits auf sicher durfte Sven anschliessend locker, aber dennoch fokussiert in den kommandierten Final starten, der wiederum stehend ausgetragen wurde.

Zu Beginn war die Nervosität spürbar. Eine 9 und eine 8 eröffneten den Final. Doch nachdem sich die anfängliche Unruhe gelegt hatte, fand Sven hervorragend in den Wettkampf. Die Leistungen aller Finalteilnehmer lagen äusserst nahe beieinander. Fehler wurden kaum verziehen, jeder Schuss verlangte höchste Konzentration.

Unbeeindruckt davon arbeitete sich Sven Schuss für Schuss nach vorne und gehörte schliesslich zu den letzten vier verbliebenen Athleten. Nun ging es um alles, noch ein Schütze würde die Medaillenränge verpassen.

Entsprechend stieg die Spannung nochmals merklich an. Eine unglückliche 7 liess den Puls zusätzlich in die Höhe schnellen. Doch auch die Konkurrenz blieb nicht fehlerfrei. Als die Entscheidung gefallen war, durfte Sven erleichtert feststellen, dass es trotzdem für den 3. Rang gereicht hatte.

Mit Stolz und grosser Freude durfte er sich damit auch noch die Bronzemedaille im Final der Kombination umhängen lassen.

Eine EM, die in Erinnerung bleibt

Mit insgesamt vier Medaillen im Gepäck kehrt Sven Bachofner von einer aussergewöhnlich erfolgreichen Europameisterschaft zurück:

  • Bronze Team 10 m
  • Silber Team 30 m
  • Silber Einzel 30 m kniend
  • Bronze Final 30 m stehend

Diese hart erkämpften und wohlverdienten Erfolge machten die Europameisterschaft in Châteauroux zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das gemeinsame Auftreten mit den Teamkolleginnen und Teamkollegen, das Kräftemessen mit den besten Schützinnen und Schützen Europas und die zahlreichen emotionalen Momente werden Sven sicherlich noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Der ASV Nürensdorf freut sich ausserordentlich über diesen grossartigen Erfolg und gratuliert Sven Bachofner von Herzen zu seiner Leistung an der Europameisterschaft.